Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg/Thüringen • Firmengeschichte • Design in Danish copyright law - in: The Object of Copyright (2015) von Teilmann-Lock, Stina

Anmerkung zur Übersetzung ins Deutsche:
Da ich der englischen Sprache nicht besonders mächtig bin, und derzeit auch keinen Übersetzer habe, wurde die Übersetzungsleistung durch Zusammenwirken von Google.translator, bing.translator und dem eigenen Sprachverständnis Schritt für Schritt vorgenommen. Somit fehlt der Übersetzung die wortgetreue - juristisch ordentlich formulierte - Wiedergabe und es wurde statt dessen versucht, ein Sinn ergebendes Ganzes zu texten. Wer mag, kann gerne die fehlenden Seiten und eine bessere Übersetzung frei erstellen und frei zusenden.

Anmerkung zu den unterschiedlichen Begrifflichkeiten:
Die Unterscheidung zwischen Kopierrecht (Copyright) und Urheberrecht ist beispielsweise in Deutschland entscheidend, da es hier um unterschiedliche Auffassungen eines Schutzgedankens geht.
Grundsätzlich bedingt der Schutz eines geschaffenen Werkes das Vorhandensein von "einer gewissen Schöpfungshöhe", wobei die Beurteilung hierzu relativ subjektiv ist.

 

7 Design in Danish copyright law

7 Design im dänischen Kopierrecht

 
By the early twentieth century the conceptual framework of modern copyright was taking the shap that we would recognize today. The object of protection was defined as the ‘original work’ and the definition of the infringing object was the copy, in the sense of ‘reproduction’, ‘not the original’. While details remained to be defined (and are continually being redefined today) the distinction between the original and the copy has enjoyed impressive success in rendering copyright law flexible and allembracing. This dichotomy of original-copy established a logic whereby the law of copyright could extend its protection to all of the diverse new forms of subject matter and technologies that had developed in the nineteenth century - and, it was hoped, all that might subsequently emerge. (1)
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm der konzeptionelle Rahmen des modernen Kopierrechts die Form an, die wir heute zu erkennen vermögen. Das Schutzobjekt wurde als ‚Originalwerk‘ definiert, und die Definition des verletzenden Objekts war die Kopie im Sinne von ‚Reproduktion‘, ‚nicht das Original‘. Während Details noch definiert werden mussten (und heute immer wieder neu formuliert werden), hat die Unterscheidung zwischen Original und Kopie beeindruckende Erfolge erzielt, um das Kopierrecht flexibel und umfassend zu gestalten. Diese Zweiteilung von Original – Kopie begründete eine Logik, nach der das Kopierrecht seinen Schutz auf alle verschiedenen neuen Formen von Gegenständen und Technologien ausweiten konnte, die sich im neunzehnten Jahrhundert entwickelt hatten - und hoffentlich auf alles, was danach noch entstehen mag. (1)
 
One of the most important of those developments has been ‘design’, formerly known as ‘applied arts’ or ‘industrial arts’; it is the activity where creativity and industry come together most obviously, for design is the creation of an ‘original’ whose purpose is to be not one but many, which fulfils its purpose only in multiple copies. Where literary copyright had licensed copies and where artistic copyright had protected ‘the original’ from unauthorized copies, design asked to be protected both as the one (the art work) and as the many (the print-run).
Eine der wichtigsten dieser Entwicklungen war ‚Design‘, früher bekannt als ‚angewandte Kunst‘ oder ‚industrielle Kunst‘. Es ist die Aktivität, bei der Kreativität und Industrie am offensichtlichsten zusammenkommen, denn Design ist die Schaffung eines ‚Originals‘, dessen Zweck es ist, nicht eines, sondern viele zu sein, das seinen Zweck nur in mehreren Kopien erfüllt. Wo das literarische Kopierrecht lizenzierte Kopien hatte und wo das künstlerische Kopierrecht ‚das Original‘ vor nicht autorisierten Kopien geschützt hatte, sollte das Design sowohl als das eine (das Kunstwerk) als auch als das viele (die Auflage) geschützt werden.
 
In the nineteenth century there had been an increasing concern in French copyright over these matters, resulting in La loi du 11 mars, 1902 which stipulated that the protection of a work was to be grantud regardless of its merit and purpose, whether it was to be judged beautiful or useful. This stipulation was founded in the theory of the ‘unity of art’ - ‘l’unié de l’art’ - the besic principle of which derived from the 1793 Copyright Act which stated that no legal discrimination was to be made between works of ‘pure’ art and works of applied art. (2) Design had been protected in Britain by specific design laws since the 1830s. The 1787 Calico Printers Act had protected the copyright in textile designs. Under the 1911 Copyright Act works of ‘artistic craftsmanship’ were included as objects of protection. However, the category lacked definition and during the twentieth century the status of design (applied art) under British copyright law has not been satisfactorly determined. (3)
Im neunzehnten Jahrhundert gab es im französischen Urheberrecht eine zunehmende Besorgnis über diese Angelegenheiten, was zu La loi du 11 mars 1902 [Gesetz vom 11. März 1902, mit dem die Anwendung des Gesetzes vom 19. bis 24. Juli 1793 auf künstlerisches und literarisches Eigentum auf Arbeiten der Skulptur ausgedehnt wird] führte, in dem festgelegt wurde, dass der Schutz eines Werkes unabhängig von seinem Verdienst und Zweck gewährt werden sollte, ob es nun sein sollte als schön oder nützlich beurteilt. Diese Bestimmung wurde in der Theorie der ‚Einheit der Kunst‘ - ‚l’unié de l’art‘ [die Einheit der Kunst] - begründet, deren besisches Prinzip sich aus dem Urheberrechtsgesetz von 1793 ableitete, wonach keine rechtliche Diskriminierung zwischen Werken von ‚reine‘ Kunst und angewandte Kunst. (2) Design war in Großbritannien seit den 1830er Jahren durch spezifische Designgesetze geschützt. Das Calico Printers Act von 1787 hatte das Urheberrecht an Textildesigns geschützt. Nach dem Urheberrechtsgesetz von 1911 wurden Werke der ‚künstlerischen Handwerkskunst‘ als Schutzgegenstände aufgenommen. Die Kategorie war jedoch nicht definiert, und im 20. Jahrhundert wurde der Status des Designs (angewandte Kunst) nach britischem Urheberrecht nicht zufriedenstellend bestimmt. (3)
 
Design was never going to fit easily into the categories of intellectual property law. Historically no branch of the law has been entirely suited: even specific design laws have been problematic, introducing without success distinctions betwenn ‘utility’ designs and ‘ornamental’ designs. (4) Along similar lines, the Berne Convention for the Protection of Literary and Artistic Work leaves it up to member states to choose their own approach to intellectual property protection of design (termed ‘applied art’). Article 2 of the Convention, which defines the classes of protected works, includes ‘applied art’ as one of them. However, sub-section 2(7) provides that:
Design würde nie leicht in die Kategorien des Rechts des geistigen Eigentums passen. In der Vergangenheit war kein Rechtszweig vollständig geeignet: Selbst bestimmte Geschmacksmustergesetze waren problematisch und führten erfolglos Unterscheidungen zwischen ‚Gebrauchsmustern‘ und ‚Ziermustern‘ ein. (4) In ähnlicher Weise überlässt es die Berner Übereinkunft zum Schutz der literarischen und künstlerischen Arbeit den Mitgliedstaaten, ihren eigenen Ansatz für den Schutz des geistigen Eigentums von Design (als ‚angewandte Kunst‘ bezeichnet) zu wählen. Artikel 2 des übereinkommens, in dem die Klassen geschützter Werke festgelegt sind, enthält ‚angewandte Kunst‘ als eine davon. Unterabschnitt 2 (7) sieht jedoch Folgendes vor:
 
it shall be a matter for legislation in the countries of the Union to determine the extent of the application of their laws to works of applied art and industrial designs and medels, as well as the conditions under which such works, designs and models shall be protected.
Es ist Sache der Gesetzgebung in den Ländern der Union, den Umfang der Anwendung ihrer Gesetze auf Kunstwerke und gewerbliche Muster und Medaillen sowie die Bedingungen zu bestimmen, unter denen solche Werke, Muster und Modelle geschützt werden sollen.
 
Generally, a number of minimum standards for the protection of literary and artistic works have to be satisfied, and agreed upon, for a state to be admitted as a member of the Berne Union. Yet, in relation to works of design (or ‘applied art’) an exception has had to be made; in the history of the Berne Union (founded in 1886) it has never yet been possible for member countries to reach an agreement about the right approach to protecting design or on the criteria for defining design.
Generell müssen eine Reihe von Mindeststandards für den Schutz literarischer und künstlerischer Werke erfüllt und vereinbart werden, damit ein Staat als Mitglied der Berner Union aufgenommen werden kann. In Bezug auf Designwerke (oder ‚angewandte Kunst‘) musste jedoch eine Ausnahme gemacht werden. In der Geschichte der Berner Union (gegründet 1886) war es den Mitgliedstaaten noch nie möglich, eine Einigung über den richtigen Ansatz zum Schutz des Designs oder über die Kriterien für die Definition des Designs zu erzielen.
 
Design as a form of intelectual property is notoriously difficult to define. Nevertheless in Danish copyright law a persistent effort was made throughout the first half of the twentieth century; a leading design nation had good reason of the ‘original work’ an the ‘copy as reproduction’ caused problems for decades when it was applied to design but, as wll shall see, bay 1961 the conceptual framework had come to shape design too in its own image, or had absorbed it conceptually: it can be said that design changed to some extent to meet the terms on which it was offered portection.
Design als eine Form von intellektuellem Eigentum ist bekanntermaßen schwer zu definieren. Trotzdem wurden im dänischen Urheberrecht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beharrliche Anstrengungen unternommen; Eine führende Designnation hatte gute Gründe für das ‚Originalwerk‘, und die ‚Kopie als Reproduktion‘ verursachte jahrzehntelang Probleme, als sie auf das Design angewendet wurde, aber wie wir sehen werden, hatte der konzeptionelle Rahmen, wie wir sehen werden, auch das Design in seiner Form geprägt eigenes Bild oder hatte es konzeptionell aufgenommen: Man kann sagen, dass sich das Design in gewissem Maße geändert hat, um den Bedingungen zu entsprechen, zu denen es angeboten wurde.
 
The first Danish copyright law, the Danish Ordiance on the Reprinting of Books of 7 January 1741, remained in force well into the nineteenth century. It was amended in 1828 which prohibited unautorized reprints. A series of subject-specific laws prohibited unauthorized etchings of maps and maritime charts (1813 and 1831) and the making of unauthorized engravings and casts (Ordinance of 13 December 1837). The Law of 31 March 1864 had granted a 10-year exclusive right to originators of warks to be used as prototypes in the production and decoration of articles for everyday use. (5) This was the legislative background upon which by the turn of the twentieth century, Parliament decided to draft a new copyright act that was to include fine art as well as applied art. A main argument proposed by lawmakers for introducing copyright protection of the applied arts in Denmark was that artists were being subjected to ‘damaging abuse’ of their warks when ‘for example their warks, without their consent, were reproduced on handkerchiefs an so forth’. (6) As was also noted, similar developments were taking place elswhere in Europe; applied art became an object of protection in a numver of national copyright laws in the early years of the twentieth century. (7) The Danish 1902 Act on Authorial and Artistic Rights, section 24 provided that:
Das erste dänische Urheberrecht, die dänische Verordnung über den Nachdruck von Büchern vom 7. Januar 1741, blieb bis weit ins 19. Jahrhundert in Kraft. Es wurde 1828 geändert, wodurch nicht autorisierte Nachdrucke verboten wurden. Eine Reihe von fachspezifischen Gesetzen verbot das unbefugte Radieren von Karten und Seekarten (1813 und 1831) sowie das Anfertigen unbefugter Gravuren und Abgüsse (Verordnung vom 13. Dezember 1837). Das Gesetz vom 31. März 1864 hatte den Urhebern von Warken ein 10-jähriges ausschließliches Recht eingeräumt, als Prototypen bei der Herstellung und Dekoration von Gegenständen für den täglichen Gebrauch verwendet zu werden. (5) Dies war der gesetzgeberische Hintergrund, auf dem das Parlament um die Wende des 20. Jahrhunderts beschloss, ein neues Urheberrechtsgesetz auszuarbeiten, das sowohl bildende als auch angewandte Kunst umfassen sollte. Ein Hauptargument des Gesetzgebers für die Einführung des Urheberrechtsschutzes für angewandte Kunst in Dänemark war, dass Künstler einem ‚schädlichen Missbrauch‘ ihrer Wark ausgesetzt waren, wenn ‚zum Beispiel ihre Wark ohne ihre Zustimmung auf Taschentüchern usw. reproduziert wurden‘. (6) Wie bereits erwähnt, fanden ähnliche Entwicklungen überall in Europa statt. Angewandte Kunst wurde in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts in einer Reihe nationaler Urheberrechtsgesetze zum Schutzobjekt. (7) Das dänische Gesetz von 1902 über Urheber- und Künstlerrechte, Abschnitt 24, sah vor, dass:
 
An artist has, according to the restrictions of this Act, the sole right to publish or sell or let be published or put up for sale reproductions of his original work of art or of parts of it. This is so when the reproduction requires mediating artistic work as well as when reproduction takes place by purely mechanical or chemical means. (8)
Ein Künstler hat gemäß den Beschränkungen dieses Gesetzes das alleinige Recht, Reproduktionen seines Originalkunstwerks oder von Teilen davon zu veröffentlichen oder zu verkaufen oder veröffentlichen oder zum Verkauf anbieten zu lassen. Dies ist der Fall, wenn die Reproduktion die Vermittlung künstlerischer Arbeit erfordert sowie wenn die Reproduktion auf rein mechanischem oder chemischem Wege erfolgt. (8)
 
Significantly the 1864 Law was repealed by the 1902 Act; this meant that all such works as had formerly been protected by the 1864 Law were now to fall under the 1902 Copyright Act. However the formulation of section 24 soon proved inadequate for protecting applied art. A Supreme Court Decision of 1907 is symptomatic of the problems. The case, Aluminia v. Porzellanfabrik Kalk (9) concerned a dispute over a blue-fluted china coffee pot; the two parties to the case were Aluminia (the owners of the Royal Porcelain Factory, today known as Royal Copenhagen) and a German porcelain manufacturer, Porzellanfabrik Kalk. The plaintiff Aluminia claimed that Kalk had infringed their artistic copyright in a blue-fluted china coffee pot designed by Arnold Krog (1887-1961). Experts call by the court had agreed unequivocally that the coffee pot was:
Bezeichnenderweise wurde das Gesetz von 1864 durch das Gesetz von 1902 aufgehoben; Dies bedeutete, dass alle Werke, die zuvor durch das Gesetz von 1864 geschützt waren, nun unter das Urheberrechtsgesetz von 1902 fallen sollten. Die Formulierung von Abschnitt 24 erwies sich jedoch bald als unzureichend für den Schutz der angewandten Kunst. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1907 ist symptoma­tisch für diese Schwierigkeit. In der Rechtssache Aluminia gegen die Porzel­lanfabrik Kalk (9) ging es um einen Streit über eine blaudekorierte und geriffelte Porzellan-Kaffeekanne. Die beiden Parteien des Verfahrens waren Aluminia (die Eigentümerin der Royal Porcelain Factory, heute Royal Copenhagen) und eine deutsche Porzellanfabrik, die Porzellan­fabrik Kalk. Die Klägerin Aluminia machte geltend, Kalk habe ihr künstlerisches Urheberrecht an einer von Arnold Krog (1887-1961) entworfenen, blaudekorierten und geriffelten Porzellan-Kaffeekanne ver­letzt. Experten, die vom Gericht angerufen wurden, waren sich eindeutig darüber einig, dass die Kaffeekanne:
 
made with such artistic delicacy and insight that the operations within the [Royal Porcelain] Factory could rightly be considered operations of an artistic kind, an thus the manufactured works should be treated as works of art protectable by Act on Authorial and Artistic Rights. (10)
mit einer solchen künstlerischen Feinheit und Einsicht hergestellt wurde, dass die Ausführungen in der [Königlichen Porzellan-] Fabrik zu Recht als Ausführungen künstlerischer Art angesehen werden könnten, und daher sollten die hergestellten Werke als Kunstwerke behandelt werden, welche durch das Gesetz über Urheber- und Künstlerrechte geschützt sein sollten. (10)
 
However, the Supreme Court ruled against Aluminia and Arnold Krog, finding that:
Der Oberste Gerichtshof entschied jedoch gegen Aluminia und Arnold Krog und stellte fest, dass:
 
the plaintiff’s pot, according to its description as ordinary industrial ware, the foremost purpose of which is practical usage, cannot be considered a work of art in the sense wherein this expression is used in the Act of 19 December 1902 § 24. (11)
die Kanne der Klägerin gemäß ihrer Beschreibung als gewöhnliche Industrieware, dessen Hauptzweck die praktische Verwendung ist, nicht als Kunstwerk im Sinne dieses Ausdrucks angesehen werden kann, wie dieser in dem Gesetz vom 19. Dezember 1902 anzuwen­denden § 24 zu verstehen ist. (11)
 
Krog’s design was not a ‘work of art’ as defined by the Danish Act of 1902 on literary and artistic copyright. (12) The crux of the matter - where Krog’s work fell short of being a ‘work of art’ - was in its possession of intrinsic features which did not conform to the purpose of ‘being a work of art’. As explained by the Supreme Court, Krog had designed a coffee pot model with the aim that it be the prototype for the industrial production of coffee pots. That is to say, its purpose was to be multiplied by imitation. Krog had created a work of applied art. Any element with a use could be presented as ‘an intrinsic feature’ whose purpose is not to be part of a work of art. As such, the artistic properties of its design, however admirable, could never be sufficient as grounds for the design to be regarded as a ‘work of art’ under copyright law.
Krogs Entwurf war kein ‚Kunstwerk‘ im Sinne des dänischen Gesetzes von 1902 über das literarische und künstlerische Urheberrecht. (12) Der springende Punkt - bei dem Krogs Werk nicht als ‚Kunstwerk‘ zu be­zeichnen war - war, dass es wesentliche Merkmale aufwies, die nicht dem Zweck entsprachen, ein ‚Kunstwerk‘ zu sein. Wie der Oberste Gerichtshof erklärte, hatte Krog mit dem Ziel ein Kaffeekannenmodell entworfen, das als Prototyp für die industrielle Herstellung von Kaffeekannen dienen sollte. Das heißt, sein Zweck war es, durch Nachahmung multipliziert zu werden. Krog hatte ein Kunstwerk geschaffen. Jedes Element mit einer Verwendung könnte als ‚intrinsisches Merkmal‘ dargestellt werden, dessen Zweck es ist, nicht Teil eines Kunstwerks zu sein. Als solches könnten die künstlerischen Eigenschaften seines Entwurfs, so bewun­dernswert dieser auch sein mag, niemals ausreichen, um das Design als ‚Kunstwerk‘ im Sinne des Urheberrechts zu betrachten.
 
However, recognising some sort of inconsistency in such a stance, the Supreme Court included in its ruling a clear message to Danish legislators:
Der Oberste Gerichtshof erkannte jedoch eine gewisse Inkonsistenz in einer solchen Haltung an und bezog in seine Entscheidung eine klare Botschaft an den dänischen Gesetzgeber ein:
 
The being no explicit provision in the Act of 19 December 1902, there are no grounds for classigying industrial goods within its framework, their production - as is the case with the coffeepot that this lawsuit concerns - being undertaken, with however much artistry, for practical use and with the aim of mass production. (13)
Da das Gesetz vom 19. Dezember 1902 keine ausdrückliche Bestimmung enthält, gibt es keinen Grund, Industriegüter in ihren Rahmen einzustufen, da ihre Herstellung - wie es bei der Kaffeekanne der Fall ist, die diese Klage betrifft - mit so viel Kunstfertigkeit praktisch durchgeführt wird Verwendung und mit dem Ziel der Massenproduktion. (13)
 
The message was quickly heeded and early in 1908 the Danish law of copyright was amended. (14) In an amendment to the Act on Authorial and Artistic Rights of 28 February 1908, section 24 was reworded. The existing stipulation that ‘an artist has, according to the restrictions of this Act, the sole right to publish or sell or let be published or put up for sale reproductions of his original work of art or of parts of it’ was supplied with the additional provision that:
Die Botschaft wurde schnell beachtet und Anfang 1908 wurde das dänische Urheberrecht geändert. (14) In einer änderung des Gesetzes über Urheber- und Künstlerrechte vom 28. Februar 1908 wurde Abschnitt 24 umformuliert. Die bestehende Bestimmung, dass ‚ein Künstler gemäß den Beschränkungen dieses Gesetzes das alleinige Recht hat, Reproduktionen seines Originalkunstwerks oder von Teilen davon zu veröffentlichen oder zu verkaufen oder veröffentlichen oder zum Verkauf anbieten zu lassen‘, wurde mit dem zusätzliche Bestimmung, dass:
 
According to this Act, original artistic works intended to be prototypes for industrial art and handicrafts, as well as the objects created on the basis of such works, are to be considered works of art whether or not these are produced individually or in a lager quantity. The right according to this Act is valid for any type of reproduction, when it requires mediating artistic works as well as when the reproduction takes place by purely mechanical or chemical means, and wheter or not the reproduction takes place with a purely artistic purpose or with an industrial purpose or to serve a practical use. (15)
Nach diesem Gesetz gelten originale künstlerische Werke, die als Prototypen für industrielle Kunst und Kunsthandwerk dienen sollen, sowie auf der Grundlage solcher Werke geschaffene Objekte als Kunstwerke, unabhängig davon, ob diese einzeln oder in größerer Menge hergestellt werden . Das Recht nach diesem Gesetz gilt für jede Art der Reproduktion, wenn es die Vermittlung künstlerischer Werke erfordert sowie wenn die Reproduktion auf rein mechanischem oder chemischem Wege erfolgt und ob die Reproduktion zu einem rein künstlerischen Zweck oder mit einen industriellen Zweck oder einen praktischen Zweck zu dienen. (15)
 
By amending section 24 of the act, the Danish Parliament succeeded in ensuring that works of applied art were not automatically disqualified from copyright protection. Therby the 1908 amendment achieved what the 1902 Act had failed to do, even though it had been Parliament’s intention all along ‘to protect any work of art against any kind of reproduction’. (16) This formulation was repeated in the Danish copyright acts of 1912 and 1933.
Durch die änderung von Abschnitt 24 des Gesetzes gelang es dem dänischen Parlament sicherzustellen, dass angewandte Kunstwerke nicht automatisch vom Urheberrechtsschutz ausgeschlossen wurden. Damit erreichte die änderung von 1908 das, was das Gesetz von 1902 nicht getan hatte, obwohl das Parlament die ganze Zeit beabsichtigt hatte, ‚jedes Kunstwerk vor jeglicher Art von Reproduktion zu schützen‘. (16) Diese Formulierung wurde in den dänischen Urheberrechtsgesetzen von 1912 und 1933 wiederholt.
 

The Kantian distinction between ‘Kunst’ and ‘Handwerke’

Die kantische Unterscheidung zwischen ‚Kunst‘ und ‚Handwerk‘

 
The division between Kunst (‘fine art’) and Handwerke (‘applied art’) had effectively excluded the latter from copyright protection and, as we shall see, continued for decades to render problematic the status of the applied arts as the object of copyright protection. This division has its source in Kant’s distinctions between ‘art’ (Kunst) and ‘craft’ (Handwerke), and between ‘free art’ (freie Kunst) and ‘mercenary art’ (Lohnkunst). (17) Kant introduces the distinction in his Kritik der Urteilskraft of 1790. These Kantian categories afford us some illumination into the reasoning of the Danish Supreme Court in Aluminia v. Porzellanfabrik Kalk (1907). This is no coincidence; the philosophy of Kant had been a fundamental influence on the development of Continental copyright (18) and, as we know, Kant had himself been active in the debate on copyright in the late eighteenth century. Thus Kantian categories constitute a direct as well as indirect basis of the conceptual framework of European copyright law. (19)
Die Trennung zwischen Kunst (‚schöne Kunst‘) und Handwerk (‚An­gewandte Kunst‘) hatte letztere faktisch vom Urheber­rechteschutz ausge­schlossen und machte, wie wir noch sehen werden, den Status der angewandten Kunst als Gegenstand des Urheberrechteschutzes jahr­zehntelang problematisch. Diese Einteilung hat ihren Ursprung in Kants Unterscheidung zwischen ‚Kunst‘ und ‚Handwerk‘ sowie zwischen ‚freier Kunst‘ und ‚Lohnkunst‘. (17) Kant führt die Unterscheidung in seiner Kritik der Urteilskraft von 1790 ein. Diese kantianischen Kategorien geben Aufschluss über die Argumentation des dänischen Obersten Gerichtshofs im Fall Aluminia gegen Porzellanfabrik Kalk (1907). Das ist kein Zufall; Die Philosophie Kants hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des kontinentalen Urheberrechts gehabt (18), und wie wir wissen, war Kant im späten 18. Jahrhundert selbst in der Debatte über das Urheberrecht beteiligt gewesen. Kantische Kategorien bilden somit eine direkte wie indirekte Grundlage des konzeptionellen Rahmens des europäischen Urheberrechts. (19)
 
Art, in Kant’s threefold definition, is 1) distinguished from nature: works of art com into being only through ‘the power of choice that based its acts on reason.’ (20) 2) Art is a human skill, and is distinguished from science in the way a practical ability is distinguished from a theoretical ability. 3) Art is distinguished from craft: ‘the first is also called free art, the second could also be called mercenary art.’ (21) Fine art only succeeds (is, in kantian terms, ‘purposive’) if it is ‘play’ and agreeable as an occupation on its own account: though the artist may have an ulterior motive, the work can have no ulterior purpose. Mercenary art is not an end in itself; it is made as a means to an end, with some usefulness in view.
In Kants dreifacher Definition wird Kunst 1) von der Natur unterschieden: Kunstwerke entstehen durch ‚eine Willkür, die ihren Handlungen Vernunft zum Grunde legt.‘ (20) 2) Kunst ist eine menschliche Fähigkeit und unterscheidet sich von der Wissenschaft in der Weise, wie eine prak­tische Fähigkeit von einer theoretischen Fähigkeit unterschieden wird. 3) Die Kunst unterscheidet sich vom Handwerk: ‚die erste heißt freie, die andere kann auch Lohnkunst heißen‘ (21). Die schöne Kunst ist nur dann erfolgreich (kantianisch ‚zweck­mäßig‘), wenn sie für sich selbst ‚spielerisch‘ und beruflich auf eigene Kosten vertretbar ist: Obwohl der Künstler ein hintergründiges Motiv hat, kann das Werk keinen hintergründigen Zweck haben. Lohnkunst ist kein Selbstzweck; es wird als Mittel zum Zweck gemacht, mit einer gewissen Nützlichkeit im Blick.
 
Kant does not define in advance which professions belong to artists and which to craftsmen:
Kant definiert nicht im Voraus, welche Berufe den Künstlern und welche den Handwerkern angehören:
 
to judge whether, in a ranking of the guilds, watchmakers should be counted as artists but smiths as craftsmen, we would have to take a viewpoint different from the on adopted here: we would have to compare (measure proportianally) the talents that each of thes occupations presupposes.(22)
um zu beurteilen, ob in der Rangliste der Zünfte Uhrmacher für Künstler, dagegen Schmiede für Handwerker gelten sollen: das bedarf eines andern Gesichtspunkts der Beurteilung, als derjenige ist, den wir hier nehmen; nämlich die Proportion der Talente, die dem einen oder anderen vergleichen (proportional messen) die Talente, die jeder dieser Berufe voraussetzt. (22)
 
Rather than assess the motives and qualifications of individual practitioners of each craft, Kant uses the concept of the aesthetic to shift the grounds for distiction between the fine arts and the applied art from the object (and its maker) to the perceiving subject. In his analysis of the various class of fine art, Kant lists architecture as on of the plastic arts, defining it as an art from which is determined by its usefulness. It should be understood that ‘architecture’ has for Kant an extended sense, comprising anything mad for a purpose. Architecture is thus to be distinguished from sculpture, whose purposiveness is not in use but in resembling some natural objekt, notably the human body. Sculpture was in those days pre-eminent among the fine arts, and exemplifies their mimetic purpose. By contrast, architecture submits its materials to a particular from for ‘a chosen purpose’ which is not imitative unless of other buildings or structures. In realizing the material in architectural form there may also be aesthetic purposiveness, yet the main concern is the use to be made of the object, an this use must restrict an condition any aesthetic ideas. (23) Buildings, temples, residences, memorials and so forth are all works of architecture. Yet, Kant continues, ‘we may even add to this all household furnishings (such as the work of the cabinet maker and other such things that are meant to be used). For what is essential in a work of architecture is the product’s adequacy for a certain use.’ (24)
Anstatt die Motive und Qualifikationen der einzelnen Praktiker jedes Handwerks zu bewerten, verwendet Kant das Konzept der Ästhetik, um die Gründe für die Unterscheidung zwischen der bildenden Kunst und der angewandten Kunst vom Objekt (und seinem Schöpfer) zum wahrneh­menden Subjekt zu verschieben. In seiner Analyse der verschiedenen Klassen der bildenden Kunst listet Kant Architektur als eine der bildenden Künste auf und definiert sie als eine Kunst, von der ihre Nützlichkeit abhängt. Es versteht sich, dass ‚Architektur‘ für Kant einen erweiterten Sinn hat, der alles umfasst, was für einen Zweck verrückt ist. Architektur ist somit von Skulptur zu unterscheiden, deren Zweckmäßigkeit nicht gebraucht wird, sondern einem natürlichen Objekt ähnelt, insbesondere dem menschlichen Körper. Die Skulptur war in jenen Tagen unter den bildenden Künsten herausragend und veranschaulicht ihren mimetischen Zweck. Im Gegensatz dazu unterwirft die Architektur ihre Materialien einem bestimmten Thema für einen ‚gewählten Zweck‘, der nur von anderen Gebäuden oder Strukturen nachgeahmt werden kann. Bei der Realisierung des Materials in architektonischer Form kann es auch zu einer ästhetischen Zweckmäßigkeit kommen. Das Hauptanliegen ist jedoch die Verwendung des Objekts. Diese Verwendung muss eine Be­dingung für ästhetische Ideen einschränken. (23) Gebäude, Tempel, Wohnhäuser, Denkmäler usw. sind architektonische Werke. Kant fährt jedoch fort: ‚Wir können sogar alle Haushaltsgegenstände hinzufügen (wie die Arbeit des Tischlers und andere solche Dinge, die verwendet werden sollen). Denn was in einer Architekturarbeit wesentlich ist, ist die Eignung des Produkts für eine bestimmte Verwendung.‘ (24)
 
On the one hand, Kant excludes crafts from the category of art since such works are made with non-artistic purposes. On the other hand, the fact that the making of a work is conditioned by its being destined for at type of use - that its adequacy as a usable product is a criterion for its success - does not per se deprive it of its place among the fine arts. Rather, fulfilling the chosen purpose of a particular use while doing it with aesthetic purposiveness is the defining feature of the class of fine art the Kant names ‘architecture’. In other words, within the Kantian system, a work of applied art may belong either to the category of craft/mercenary art or to the category of fine art - depending on the talent with which it is made. Talent, as a category of Kantian aesthetics, is a quality of Genuis: it is ‘an innate productive ability of the artist’. And ‘fine arts must necessarily be considered arts of genius’. (25) Furthermore, applied art is alsways characterized by a two-fold purpose. First, it has a particular use, and this use is instrumental in shaping its aesthetic expression. The second kind of purpose hast to do with the destination of art or to the category of fine art - depending on the talent with which it is made. Talent, as a category of Kantian aesthetics, is a quality of Genius: it is ‘an innate productive ability of the artist.’ (25) Furthermore, applied art is always characterized by a two-fold purpose. First, it has a particular use, and this use is instrumental in shaping its aesthetic expression. The second kind of purpose has to do with the destination of the work: the work is either an end in itself (as free art) or is it made for an effect (as mercenary art).
Einerseits schließt Kant das Handwerk aus der Kategorie der Kunst aus, da solche Werke zu nicht-künstlerischen Zwecken hergestellt werden. Andererseits beraubt die Tatsache, dass die Herstellung eines Werkes davon abhängig ist, dass es für die Art der Verwendung bestimmt ist - dass seine Angemessenheit als verwendbares Produkt ein Kriterium für seinen Erfolg ist - es nicht per se seinem Platz unter den Bildende Kunst. Die Erfüllung des gewählten Zwecks einer bestimmten Verwendung mit ästhetischer Zweckmäßigkeit ist vielmehr das bestimmende Merkmal der Klasse der bildenden Kunst, die Kant als ‚Architektur‘ bezeichnet. Mit anderen Worten, innerhalb des Kantschen Systems kann ein Kunstwerk der angewandten Kunst entweder zur Kategorie der Handwerks- / Söldnerkunst oder zur Kategorie der bildenden Kunst gehören - je nachdem, mit welchem ​​Talent es hergestellt wird. Talent als Kategorie der kantianischen ästhetik ist eine Eigenschaft von Genuis: Es ist ‚eine angeborene Produktionsfähigkeit des Künstlers‘. Und ‚Bildende Kunst muss unbedingt als geniale Kunst betrachtet werden‘. (25) Darüber hinaus zeichnet sich angewandte Kunst immer durch einen zweifachen Zweck aus. Erstens hat es eine besondere Verwendung, und diese Verwendung trägt maßgeblich zur Gestaltung seines ästhetischen Ausdrucks bei. Die zweite Art von Zweck hat mit dem Ziel der Kunst oder zur Kategorie der schönen Kunst - je nach Talent, welches es schuf. Talent als Kategorie der kantianischen Ästhetik ist eine Eigenschaft des Genies: Es ist ‚eine angeborene Produktionsfähigkeit des Künstlers.‘ (25) Darüber hinaus ist angewandte Kunst immer durch einen doppelten Zweck gekennzeichnet. Erstens hat es eine besondere Verwendung, und diese Verwendung ist maßgeblich an der Gestaltung seines ästhetischen Ausdrucks beteiligt. Die zweite Art von Zweck hat mit dem Ziel der Arbeit zu tun: Die Arbeit ist entweder Selbstzweck (als freie Kunst) oder Effekt (als Lohnkunst).
 
In 1907, the Danish Supreme Court, in its consideration of Arnold Krog’s coffee pot, implicitly pointed out the two-fold purpose of applied art. Krog’s work was categorized as an item 1) made for practical usage and 2) aimed for industrial mass production. Within a Kantian framework of thinking it was entirely justified that the Supreme Court should have denied a coffee pot the protection of copyright law. Equally within the spirit of Kant, however, the Danish Supreme Court simultaneously demanded that copyright protection ought to be extended to this same coffee pot. As is evident in the argumentation of the court, the design was perceived as an instance of mercenary art. Insofar as Krog was presumed to have created a ‘model’ or a ‘prototype’ (which was not an end in itself), his work would necessarily be excluded from protection under copyright law which restricted its protection to ‘original works of art’, in particular works of free art (i.e. ends in themselves).
1907 wies der Oberste Gerichtshof Dänemarks bei der Prüfung der Kaffeekanne von Arnold Krog implizit auf das zweifache Ziel der angewandten Kunst hin. Krogs Arbeiten wurden in die Kategorien 1) für den praktischen Gebrauch und 2) für die industrielle Massenproduktion eingeordnet. Innerhalb eines kantianischen Denkrahmens war es völlig gerechtfertigt, dass der Oberste Gerichtshof einer Kaffeekanne den Schutz des Urheberrechts hatte verweigern müssen. Gleich wie im Geiste Kants forderte der Oberste Gerichtshof allerdings, dass der Urheberrechteschutz auf dieselbe Kaffeekanne ausgedehnt werden sollte. Wie aus der Argumentation des Hofes hervorgeht, wurde der Entwurf als Instanz der Lohnkunst wahrgenommen. Insofern von Krog vermutet wurde, dass er ein ‚Modell‘ oder einen ‚Prototyp‘ geschaffen habe (der kein Selbstzweck war), wäre sein Werk zwangsläufig vom urheberrechtlichen Schutz ausgeschlossen, der seinen Schutz auf ‚Originalkunstwerke‘ beschränkte, insbesondere Werke der freien Kunst (dh. endend in sich selbst).
 
Offering protection to a coffee pot - albeit one of artistic quality - would in 1907 have been an anomaly in Danish artistic copyright. Therfore the notion of a ‘work of art’ in Danish copyright law had to be reconceptualized. In legal terms: an extension of the object of copyright was necessary. It required positive regulation from Parliament to reconceptualize the object of copyright law, yet Parliament could only respond because that re-conceptualization was already taking place in aesthetic and social debates. By 1908 Parliament had amended the definition of a ‘work of art’ to ensure that applied arts had a place in copyright law. The 1912 Act on Authorial and Artistic Rights confirmed the definition of 1908. (26)
Die Vorstellung von Schutz für eine Kaffeekanne - wenn auch von künstlerischer Qualität - wäre 1907 eine Besonderheit des dänischen Urheberrechts gewesen. Daher musste der Begriff ‚Kunstwerk‘ im dänischen Urheberrecht neu definiert werden. Juristisch ausgedrückt: eine Erweiterung des Urheberrechtsgegenstandes war unausweichlich. Es erforderte eine positive Verordnung durch das Parlament, um den Gegenstand des Urheberrechts neu zu erfassen; Das Parlament konnte jedoch nur reagieren, weil diese Begriffsbildung bereits in schöngeistigen und sozialen Debatten stattfand. Bis 1908 hatte das Parlament die Definition eines ‚Kunstwerks‘ geändert, um sicherzustellen, dass ‚angewandte Kunst‘ einen Platz im Urheberrecht hat. Das Gesetz über Urheber- und Künstlerrechte von 1912 bestätigte die Definition von 1908. (26)
 
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Der restliche Teil des Kapitels, von Seite 132 bis 142, betrifft ua. einen Designerstuhl ... und wird daher hier nicht zitiert.
 
(1) Including cinematographic, phonographic and various types of audiovisual work, architectural works, works of applied art, computer programs and more. New technologies of ‘reproduction’ have included for example photocopying, microfilm, magnetic tapes and digitization.
(1) Einschließlich kinematografischer, phonografischer und verschiedener Arten von audiovisuellen Arbeiten, architektonischen Arbeiten, angewandten Kunstwerken und Computerprogrammen und mehr. Zu den neuen Technologien der ‚Reproduktion‘ zählen beispielsweise Fotokopieren, Mikrofilm, Magnetbänder und Digitalisierung.
 
(2) The doctrine of the unity of art had been anticipated by Gastambide almost a century earlier, it had been his view that ‘All paintings, all drawings, regardless of whether they are good or bad, of whether they are the work of an artist or not, are the exclusive property of their author, on the sole condition that they should have been created by the person who claims them as his property. Production within the domain of the fine arts (in the law of 19 July 1793) means simply production analogous to the arts of painting and drawing, but does not in any way imply a production which, on account of its merit, is considered worthy of being classed amongst the objects of art.’ Cited form Court of Cassation on sculptures, Paris (1814). Primary Sources on Copyright (1450-1900).
(2) Die Lehre von der Einheit der Kunst hatte Gastambide fast ein Jahrhundert zuvor vorausgesehen, und er war der Ansicht, dass ‚alle Gemälde, alle Zeichnungen, ob sie gut oder schlecht sind oder ob sie das Werk eines Menschen sind, Künstler oder nicht, sind das ausschließliche Eigentum ihres Autors, unter der einzigen Bedingung, dass sie von der Person geschaffen wurden, die sie als sein Eigentum beansprucht. Die Produktion im Bereich der schönen Künste (Gesetz vom 19. Juli 1793) bedeutet eine einfache Produktion, die der Kunst des Malens und Zeichnens entspricht, aber in keiner Weise eine Produktion impliziert, die aufgrund ihres Verdienstes als würdig angesehen wird unter den Objekten der Kunst eingestuft werden.‘ Zitiert vom Court of Cassation on sculpures [deutsch: Kassationsgericht für Skulpturen], Paris (1814). Primary Sources on Copyright [deutsch: Primäre Quellen zum Urheberrecht] (1450-1900).
 
(3) See for example Hugh Laddie et al. The Modern Law of Copyright and Designs. Vol. 1. 3 vols. 3rd edn. London: Butterworths, 2000, 175f and 195-199. For a discussion of the impact of the Arts and Crafts Movement on UK copyright law see Lord Simon in George Hensher v. Restavile Upholstery (Lancs) Ltd. (1975) RPC 31.
(3) Siehe zum Beispiel Hugh Laddie et al. The Modern Law of Copyright and Designs [deutsch: Das moderne Urheber- und Geschmacksmusterrecht]. Vol. 1,3 Bde. 3. Ausgabe, London: Butterworths, 2000, 175f und 195-199. Für eine Diskussion der Auswirkungen der Arts and Crafts-Bewegung auf das britische Urheberrecht siehe Lord Simon in George Hensher gegen Restavile Upholstery (Lancs) Ltd. (1975) RPC 31.
 
(4)See for example the two related design acts the 1842 Ornamental Designs Act (5 & 6 Vict., c. 100) and the 1843 Utility Designs Act (6 & 7 Vict., c. 65).
(4) Siehe als Beispiel zwei der zugehörigen Gesetze, der Ornamental Designs Act [deutsch: Gesetz über Muster und Modelle] von 1842 (5 & 6 Vict., C. 100) und der Utility Designs Act [Gesetz über Gebrauchsmuster] von 1843 (6 & 7 Vict., C. 65).
 
(5) Lov om Eftergørelse af Kunstarbejder, 13 March 1864.
(5) Lov om Eftergørelse af Kunstarbejder [deutsch: Gesetz zur Nachahmung von Kunstwerken], 13. März 1864.
 
(6) Rigsdagstidende, 1907-1908, Tillæg A, Sp. 2143.
(6) Rigsdagstidende [deutsch: Reichstagszeitung], 1907-1908, Anhang A, sp. 2143.
 
(7) The renewed prestige of applied art brought about by the Arts and Crafts Movement in Britain, the Deutscher Werkbund in Germany, Art Nouveau in France, Skønvirke in Denmark and so forth was no doubt instrumental in this development. Copyright protection of applied art was specifically introduced in France with the law of 11 March 1902, in Germany with the Law of 9 January 1907 and in Britain with the 1911 Copyright Act.
(7) Das erneute Prestige der angewandten Kunst, das durch die Arts and Crafts-Bewegung in Großbritannien, den Deutschen Werkbund in Deutschland, den Jugendstil in Frankreich, Skønvirke in Dänemark usw. hervorgerufen wurde, trug zweifellos zu dieser Entwicklung bei. Der Urheberrechteschutz für angewandte Kunst wurde speziell in Frankreich mit dem Gesetz vom 11. März 1902, in Deutschland mit dem Gesetz vom 9. Januar 1907 und in Großbritannien mit dem Urheberrechtsgesetz von 1911 eingeführt.
 
(8) Lov aom Forfatterret og Kunstnerret, 19 December 1902, section 24.
(8) Lov om Forfatterret og Kunstnerret [deutsch: Gesetz über Urheber- und Künstlerrechte], 19. Dezember 1902, § 24.
 
(9) U.07.619.
(9) U.07.619.
 
(10) U.07.619, 621.
(10) U.07.619, 621.
 
(11) Ibid.
(11) Ebd.
 
(12) Lov om Forfatterret og Kunstnerret, 19 December 1902.
(12) Lov om Forfatterret og Kunstnerret [deutsch: Gesetz über Urheber- und Künstlerrechte], 19. Dezember 1902.
 
(13) U.07.619.
(13) U.07.619.
 
(14) Widespread protests against the ruling were heard from manufacturers of ‘industrial art’ across Denmark. See Per Håkon Schmidt. Teknologi og Immeterialret. Copenhagen: GAD, 1989, 57.
(14) In ganz Dänemark gab es weit verbreitete Proteste gegen das Urteil von Herstellern von ‚industrieller Kunst‘. Siehe Per Håkon Schmidt. Teknologi og Immeterialret [deutsch: Technologie- und Immeterialrecht]. Copenhagen: GAD, 1989, 57.
 
(15) Lov om ændret Affattelse af § 24 i Lov om Forfatterret og Kunstnerret, 29 March 1904.
(15) Lov om ændret Affattelse af [deutsch: Das Gesetz zur Neufassung] von § 24 des Lov om Forfatterret og Kunstnerret [deutsch: Gesetz über Urheber- und Künstlerrechte], 29. März 1904.
 
(16) Rigsdagstidende, 1907-1908, Tillæg A, Sp. 2143.
(16) Rigsdagstidende [deutsch: Reichstagszeitung], 1907-1908, Anhang A, Spalte 2143.
 
(17) The distinction reflects the divide created by the founding, in the seventeenth and eighteenth centuries, of academies of fine art in many European countries.
(17) Die Unterscheidung spiegelt die Kluft wider, die durch die Gründung von Kunstakademien in vielen europäischen Ländern im 17. und 18. Jahrhundert entstanden ist.
 
(18) In Germany - which had been, until the mid-twentieth century, the main influence on Danish and Nordic copyright law - Kant*s ideas were adopted by the leading theorists of copyright in the nineteenth century. For more on this see Stig Strömholm. Le Droit Moral De L’Auteur En Droit Allemand, Français Et Scandinavie Avec Un Aperçu De L’Evolution Internationale. Vol. 1. 2 vols. Stockholm: P.A. Norstedt & Söners Förlag, 1966.
(18) In Deutschland - das Mitte des 20. Jahrhunderts den größten Einfluss auf das dänische und nordische Urheberrecht hatte - wurden Kants Ideen im 19. Jahrhundert von den führenden Theoretikern des Urheberrechts übernommen. Mehr dazu unter Stig Strömholm. Le Droit Moral De L’Auteur En Droit Allemand, Français Et Scandinavie Avec Un Aperçu De L’Evolution Internationale [deutsch: Das moralische Recht des Autors nach deutschem, französischem und skandinavischem Recht mit einem Überblick über die internationale Entwicklung]. Vol. 1. 2 vols. Stockholm: P.A. Norstedt & Söners Förlag, 1966.
[Kant auf gutenberg.spiegel.de: Kritik der Urteilskraft, § 43 Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten.]
 
(19) For contemporary scholarship on Kant and copyright law see e.g. Leslie Kim Treiger-Bar-Am. ‘Kant on Copyright: Rights of Transformative Autorship.’ Cardozo Arts & Entertainment Law Journal 25, no. 3 (2008).
(19) Für zeitgenössische Stipendien zu Kant und zum Urheberrecht siehe z.B. Leslie Kim Treiger-Bar-Am. ’Kant on Copyright: Rights of Transformative Autorship.‘ [deutsch: Kant zum Urheberrecht: Rechte der transformativen Urheberschaft] Cardozo Arts and Entertainment Law Journal 25, No. 3 (2008).
 
(20) Immanuel Kant. Critique of Judgment. Including the First Introduction. Translated by Werner S. Pluhar. Indianapolis: Hackett Publishing Company, 1987, § 43, 170f.
(20) Immanuel Kant. Kritik der Urteilskraft. Einschließlich: Erste Einleitung in die Kritik der Urteilskraft. Übersetzt von Werner S. Pluhar. Indianapolis: Hackett Publishing Company, 1987, § 43, 170f.
 
(21) Ibid.
(21) Ebd.
 
(22) Ibid., 171.
(22) Ebd., 171.
 
(23) Ibid., 191.
(23) Ebd., 191.
 
(24) Ibid., 191f.
(24) Ebd., 191f.
 
(25) Ibid., 174f.
(25) Ebd., 174f.
 
(26) Lov om Forfatteret og Kunstnerret, 1 April 2012, § 25. It is worth nothing that by this law works of architecture - and not merely architectural drawings - were also included as subject matter of copyright law.
(26) Lov om Forfatteret og Kunstnerret [deutsch: Gesetz über Urheber- und Künstlerrechte], 1. April 2012, § 25. Es ist nicht von Bedeutung, dass mit diesem Gesetz auch Werke der Architektur - und nicht nur Architekturzeichnungen - unter das Urheberrecht fallen.
 
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Quelle: Teilmann-Lock, Stina (2015):The Object of Copyright: Routledge Research in Intellectual Property. A Conceptual History of Originals and Copies in Literature, Art and Design. Kapitel: Design in Danish copyright law, Seiten 125-132 (-142).
Seiten: 125, 126, 127, 128, 129, 130, 131, 132 ...
 
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