Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg/Thüringen • Firmengeschichte der Porzellanfabriken: Kalk/Köln und Eisenberg/Thüringen

Firmengründung
1. Jan. 1900
durch Fussion von
G.A. Seiffert - Köln - Porzellanmanufaktur (seit 1895)
und
Geyer & Körbitz - Eisenberg - Steingutfarbrik (seit 1890)

Geschäftsinhaber 1900
in Köln:
Gustav Schwabe und Wilhelm Vogt (+ 1951)
in Eisenberg:
Martha Körbitz (+ 1930, verw., Geyer) und Wilhelm Geyer

Mitarbeiter der Blaumalerei (09. Juni 1901)
Mitarbeiter der Blaumalerei (09. Juni 1901)
Mitarbeiter der Packerei (1936)
Mitarbeiter der Packerei (1936)
Ansicht der Fabrikanlage von Kalk/Eisenberg, um 1910
Porzellanfabrik Kalk, G. m. b. H., Eisenberg S.-A.
Fabrikat. von weissen und dekoriert. Gebrauchsgeschirren, Spez.: Indisch-Blau
Fernsprecher Nr. 44 - Zur Messe in Leipzig: Neumarkt 2. part.
Musterlager: Köln,Komödienstr.14. Berlin SW, Ritterstr.40. Hannover,Goethestr.31

Aus einer Werbeschrift von 1912
Porzellanfabrik Kalk, G. m. b. H. in E i s e n b e r g S.-A. Sachsen-Altenburg.  •  T.-A.: Kalk Eisenberg S.-A. • Nr. 44.  •  Direktor: Carl Ehlert.  •  Bankkonto: Eisenberger
Bank, Eisenberg S.-A.

Altes Markenbild in einer Werbeschrift
Blau
unter Glasur
Fabrikat: Weiße u. dekorierte Gebrauchsge- schirre. Moderne Tafel-, Kaffee-, Tee- u. Dessert- geschirre.  •  Spez.: Gerippte Tafel- und Kaffee- geschirre. • Dekoration: Indischblau, Kobalt, Stroh- modell, Zwiebelmuster, Unterglasur.  •  Genre: Berlin, Meißen, Kopenhagen.  •  Stil: Biedermeier, Empire, Modern.  •  Export nach Dänemark, Nor- wegen, Schweden, Belgien.  •  Malerei, Druckerei, Aerographen-Anlage.  •  3 Oefen, 2 Muffeln. Feue- rung: Sächs. Kohle.  •  280 Arbeiter.  •  Musterlager: Vogt & Geyer, Cöln, Komödienstr. 14; Walter Punger, Berlin SW., Ritterstr. 40; Albert Cramm, Hannover, Goethestr. 34.  •  Zu den Messen in Leipzig: Neumarkt 2, part.  •  Besteht seit 1899.  •  Mitgleid der Vereingiung deutscher Porzellanfabriken u. des Verbandes keramischer Gewerke.
Eintrag im Adressbuch der Keramindustrie (1910)



Geschäftsinhaber 1937
Wilhelm Vogt, Erich Geyer, Dr. Rudolph Körbitz, Minna Geyer (+ 1951)

Geschäftsführung
in Köln:
Gustav Schwabe (bis Schließung - 1937?)

in Eisenberg: bis
Wilhelm Geyer 1901
Wilhelm Vogt 1905
Carl Ehlert 1919
Erich Geyer 1919
Rudolf Körbitz 1922
Minna Geyer (geb. Scheibe) 1950
Albrecht Ehlert 1953
Rat des Kreises Eisenberg (Treuhand)   siehe unten
Albrecht Ehlert 1953


Rechtsformen
• GmbH bis 8. Juni 1953
• Treuhand bis 1. Oktober 1953
5. August 1953 Deutsche Investitionsbank
• GmbH bis 23. März 1954
• Kommanditgesellschaft
- Erich Geyer (45.000,- Mark) und Albrecht Ehlert (5.000,- Mark)
- ab 1958 Investitionsbank Berlin (85.000,- Mark) - Erhöhrung bis 1964 auf 355.000,- Mark
Denkbar: Enge Kooperation der Eisenberger Porzellanfabriken infolge stark schwankender Auftragslage und entsprechender Kapazitätsauslastung.
Abgelöst von VEB Triptis (1965) 1968 geht VEB Triptis in Kahla auf
- 1. Januar 1968 nimmt die Industrie- und Handelsbank DDR, Kreisstelle Eisenberg, die beiden privaten Einlagen in Verwaltung
- 1. Juni 1973 Enteignung - DDR-Schargon: »Vollzug des Übergangs in Volkseigentum«

Produktionsstillstand in Eisenberg
vom 26. Jan 1935 bis Mai 1935 wegen Brandkatastrophe
April/Mai 1945 (Kriegsende) keine Malerei
1976 Produktionseinstellung
[Veranlasst wurde die Schließung durch das VEB Porzellankombinat Kahla, da die ehemalige Porzellanfabrik Kalk einerseits nicht mehr für die Herstellung von Weißporzellan »benötigt« würde, andererseits die Kapazitäten zur Veredelung fehlten. Anders ausgedrückt: Die unliebsamen eisenberger Außenstellen des Porzellankombinats wurden der Reihe nach ausgeschaltet (u.a. auch Reinecke und Jäger, die seit 1960 gemeinsam unter dem Label »Fortuna« Porzellan fertigten), um den eigenen Standort in Kahla zu sichern ... (... dies ist zwar nur Spekulation, drückt jedoch die damalige Unzufriedenheit der Eisenberger Porzellaner aus).]

Beschäftigungszahlen in Eisenberg
Jahr 1900 1907 1914 1921 1930 1935 1940 1945 1950 1970  
ca. 75 200 316 350 250 160 70 40 150 180   Mitarbeiter


 

Fliegeraufnahme von 1950 von Eisenberg: in der Bildmitte unten ist die ehemalige Porzellanfabrik Kalk Eisenberg zu sehen.
Quelle: Brockhausverlag

Quelle: Jubiläumsschrift von 1950 zum 50. Jahr des Firmenbestehens; Seite 2. Quelle: Jubiläumsschrift von 1950 zum 50. Jahr des Firmenbestehens; Seite 3.
2 Ansichten der Porzellanfabrik Kalk (Seite 2 und 3);
(aus Jubiläumsschrift von 1950: Geschichte der Porzellanfabrik KALK G.m.b.H. in Eisenberg(Thür.))
Zeichnungen: Atelier Herbert Mayerhuber, Jena / Druck: Hellas-Druck Rudolf Petri, Jena

Luftbild von 1990 vom Gelände (rechtes Bildviertel) der einstigen Porzellanfabrik Kalk Eisenberg (www.fit-advance.de)
Quelle: http://www.fit-advance.de/eisenbergportal/Eisenberg_Kalks/Kalk.jpg

Ein Blick aus dem All auf das Gelände der einstigen Porzellanfabrik Kalk Eisenberg mit maps.google.de:


Größere Kartenansicht




Abbruch der Porzellanfabrikgebäude Kalk (1997)
Quelle:
Petermann, Jörg (Diplom Museologe); Pöpel, Roland (1999): Geschichte des Eisenberger Porzellans. Gründung, Aufschwung, Blüte und Niedergang eines Industriezweiges. Eisenberg. • Fotos der Herausgabe.

Zu beziehen beispielsweise über:
Stadtmuseum „Klötznersches Haus“, Markt 26, D-07607 Eisenberg / Thüringen; Tel. 036691-73470, Fax: 036691-73460.
Geöffnet: siehe Museumsseite Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten.

Fotos vom Abriss: eisenberg.pytalhost.com/bildergalerie/ Bitte beachten: Keine Haftung für Inhalte fremder Internetseiten 1997.

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