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Die hier vorgestellten Begriffe zum Thema Porzellan sind bewußt im Kontext der Eisenberger Porzellanherstellung gesetzt. Die Verwendung darüber hinaus ist in fast allen Fällen möglich, wurde jedoch bewusst nicht eingepflegt, da hier der Aufwand teilweise weit über dem Ziel läge. Der Leser ist gebeten, dies beim Nachlesen zu berücksichtigen.

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Adressbuch der Keram-Industrie Fachbuch Fachliteratur Adressbuch der Keramischen Industrie und verwandte Gebiete (ohne Ziegeleien), mit Markenlexikon, Herausgeber Sprechsaal, Coburg, seit 1883.
Vorworte der verschiedenen Ausgaben (unvollständig)
Die Firmeneinträge der Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg/Thüringen
Antiqua Dekorname Unterglasurblaudekoration Hersteller: Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: ca 1958
Allgemeines: Remake des Strohblumenmusters in etwas abstrahierter Form.
Beispielseite Dekor »Antiqua« der Porzellanfabrik Kalk
Atlantis Dekorname Unterglasurblaudekoration Hersteller: Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: nach 1935
Allgemeines: Der Dekor ist einer rauensteiner Dekoration ähnlich.
Beispielseite Dekor »Atlantis« der Porzellanfabrik Kalk
Aufglasurdekoration Fertigungsschritt Herstellung Technik, bei der die Farbe/n auf die Glasur aufgebracht werden.
Eingebrannt werden die Farben bei ca. 800 °C.
Dadurch ist eine Vielzahl von Farben möglich.
Ausschuss Schaden Herstellung Bei Ausschuss handelt es sich um Porzellanscherben, welche aufgrund von Qualitätsmängeln nicht in den Handel gelangen.
Barock Form Scherben  
Becher Geschirrteil Scherben  
Bergisch Blau Dekor Scherben  
Blau Saks Dekor Scherben  
Blau Saks Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Blaumodell Dekor Scherben Die Dekorbezeichnung Blaumodell umfasst eine Reihe von Dekorationsstilen blau unter Glasur bis etwa 1914. Der Begriff ist stets firmenspezifisch zu deuten.
Brandfehler Schaden Herstellung Strukturelle Brandfehler sind beispielsweise Brandrisse oder Verfärbungen des Porzellanscherbens infolge zu hoher Temperatur.
Brandbedingte Glasurfehler entstehen vor allem durch metallische Beimengungen die beim Glasieren auf dem Porzellanscherben gelangen. Braun(-rote) Brandflecken werden durch Eisen(späne) verursacht, fast alle anderen Metalle brennen zwischen Schwarz und Grün in die Glasur ein.
Brandriss Schaden Herstellung Die Ursache eines Brandrisses liegt in der Formfixierung während des Brennens, wenn bei der Herstellung der Form ein struktureller Schaden, z.B. eine Lücke, im Porzellanscherben verblieb. Insbesondere zu schnell verdampfendes Wasser treibt die Porzellanmasse beim Brennen auseinander. Durch Glasur eingeschlossene Brandrisse sind meist nur optisch unschön, offene Risse stellen jedoch durch das Eindringen von Flüssigkeiten eine Schwachstelle dar, welche erhebliche Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit bzw. Stabilität des Porzellanscherbens hat.
Bruch Schaden Herstellung Bruch ist die herstellerbezogene Bezeichnung für zerbrochenes Porzellan; Scherben ist die laienhafte Bezeichnung dafür (die ist leicht irritierend, da Scherben in Herstellerkreisen die intakten gebrannten Porzellanstücke bezeichnet).
BSE Porzellanmarke Porzellanfabrik Buchstabenfolge in der Porzellanmarke der Porzellanfabrik »Bremer & Schmidt«.
Die Krone der Porzellanmarke variiert, jedoch ist der Zusammenhang noch nicht gesichert. Eine Deutungsmöglichkeit liegt in der Annahme, dass für den Export - insbesondere in den russischsprachigen Raum - die Krone oben kein Kreuz trägt, sondern einen Kreis auf einer rechteckigen Basis, und sich an der Basis geschwungen zusammenlaufend verjüngt anstatt im einfachen Bogen zusammenzulaufen. Bei der Nachfolgemarke SPE ist dies auffallenderweise genau umgekehrt.
BSE Firma    
Bürsten Fertigungsschritt Herstellung  
China Blau Dekor Scherben  
Chip Schaden Herstellung Chip bezeichnet eine Beschädigung des Porzellanscherbens, welche optisch meist muschelartig in Erscheinung tritt. Die seitliche Krafteinwirkung an einem Porzellanscherbenrand führt in der Folge zu einem Abbruch an der Oberfläche des Porzellanscherbens. Diese Beschädigungsart kann ohne weitere Folgen wie einen zusätzlichen Sprung ablaufen und ist dann mehr optisch störend, als funktionsbeeinträchtigend. In Zeiten der Handarbeit und zeitgleicher Rohstoffmangelsituation finden sich immer mal wieder Teile mit glasierten chipförmigen Stellen, welches bedeutet, dass kleine Chips nicht als hinreichender Grund für Ausschuss gesehen wurden.
Deckel Geschirr, Bestandteil Scherben  
Dejeneur Geschirrset Scherben  
Dekor     der (seit einigen Jahren auch das erlaubt). Der Dekor ist die auf den Porzellanscherben aufgebrachte Verziehrung. Diese kann auf der Glasur, inglasur oder unter der Glasur, durch Aufmalen, Stempeln, Drucken, aerographisch, mittels Verschiebebildchen oder auch anderer Methoden bzw. Kombination verschiedener dieser Techniken erfolgen.
Dekorbrand Fertigungsschritt Herstellung  
Delft Dekor Scherben Unterglasurmalerei, in Anlehnung an die Delfter Tradition der Geschirrdekoration. Die deutschsprachigen Hersteller malten vorzugsweise Segelboote, Windmühlen und Verzierungen wie beispielsweise Ginsterzweige auf Gebrauchsgeschirre.
Für die Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: ab ca. 1930
Allgemeines: Der Dekor ist der Rauensteiner Dekoration vergleichbar, wahrscheinlich in etwas groberer Maltechnik ausgeführt; die Porzellanmarke ist derzeit nicht konkret beschrieben.
Beispielseite Dekor »Delft« der Porzellanfabrik Kalk
Eierbecher Geschirrteil Scherben  
Eisenberg Geographie Ort Die Stadt Eisenberg im heutigen Thüringen besitzt seit 1274 Stadtrechte.
1707 bis 1918 zu Sachsen-Altenburg .
Empire Form Scherben  
Fachbibliothek Archive Porzellanikon Deutschsprachige Fachbibliothek für Porzellan
Die größte deutschsprachige Fachbibliothek für Porzellan befindet sich im Porzellanikon Selb.
Die Fachbibliothek ist nach Anmeldung zugänglich.
Das Zentralarchiv für die Deutsche Porzellanindustrie ZADP wurde aus Platzmangel und inhaltliche Ähnlichkeit integriert.
Es wurde 1991 eröffnet, war im Porzellanikon Hohenberg angesiedelt und befasst sich mit der Verwahrung und Betreuung von Firmenunterlagen, Nachlässen, sozialgeschichtlichen Dokumenten und Bildquellen.
Fahne Formteil Scherben Teil des Porzellans - der Rand eines Tellers.
Feldspat Rohstoff    
Feston Form Scherben Ursprung: ital. festone = Festschmuck, später franz. feston = Girlande;
Dekorationsmotiv von Laub-, Blumen- und (oder) Fruchtgehänge und Gewinde; oft von Bändern umwunden, deren Enden herabflattern;
bevorzugtes Schmuckmotiv der Renaissance und klassizistischer Epochen wie Louis-seize und Empire, das an Gebäuden und Möbeln, aber auch im Kunstgewerbe und der Innendekoration vorkommt.
Form 1000 Form Scherben Mokkaservice-Form, welche von verschiedenen Porzellanherstellern, insbesondere für den Ostmarkt hergestellt wurde. Es zeichnet sich durch die leicht schräge Linienführung und die dreieckig geformten Henkel aus: Form 1000 • Made in GDR
Die Dekoration ist meist farbenfroh, mitunter auch als Lysterglasur ausgeführt. Neben Servicen, bestehend aus Mokkakanne, Milchkännchen und Zuckerdose mit 6 Mokkatassen und Untertassen wurde auch einzelne Mokkatassen mit Andenkenmotiven dekoriert.
Die Form 1000 wurde von einer Vielzahl von Porzellanmalereien dekoriert wobei unbekannt ist, wer die Scherben herstellte, da die Marke (wenn überhaupt) erst bei der Dekoration aufgebracht wurde.
Formen Fertigungsschritt Herstellung  
Gebinde Handel    
gebrochener Stab/gerippt Geschirr, Oberfläche Scherben Die Porzellanoberfläche ist glatt bis gerillt, die Linienführung ist versetzt - also gebrochen.
Umgangsprachlich, aber auch in Katalogen ab ca. 1925 wird meist von »geriffelt« gesprochen.
Gekreuzte Pfeile (crossed arrows)
Porzellanmarke Porzellanfabrik Markenzeichen der Porzellanfabrik Kalk (Köln/Kalk und Eisenberg/Thüringen) und anderer Hersteller (Bloch/Paris, ArnartCreations/Japan und Homco/USA (Home Improvement Co.)).
Vertiefend:
Kalk • Markenzeichen: Gekreuzte Pfeile • Aufglasur- und Unterglasur(blaue) Porzellanmarken der Manufaktur Kalk in Eisenberg/Thüringen.
Exkurs: Kalk • Entwertete Porzellanmarken der Manufaktur Kalk in Eisenberg/Thüringen
Exkurs: Die Porzellanmarke mit 2 gefiederten und gekreuzten Pfeilen (Frankreich, Japan, USA)
Insbesondere Altersdatierungen von Antiquitätenhändlern sind mit äußerster Vorsicht zu sehen, da hier meist die Erkenntnistiefe und der Sachverstand fehlen, die unterschiedlichen Kalker Porzellanmarken zeitlich korrekt zuordnen zu können. Die bisherigen Porzellanmarkenbücher sind allesamt nicht differenziert genug und häufig findet sich die Angabe nach 1900.
Gießen Fertigungsschritt Herstellung  
Gießer Formteil Scherben  
Glasieren Fertigungsschritt Herstellung  
Glasur Geschirr, Oberfläche Scherben Glatte und durchsichtige Oberfläche(nversiegelung), die dauerhaft auf den Porzellanscherben durch einen Brennvorgang (Glasurbrand) aufgebracht wird.
Glasurspinne Schaden Herstellung Bezeichnung für einen mehr oder weniger strahlförmigen Sprung in der Glasur von Porzellan. Ursache ist meist eine Inkompatibilität von Glasur und Scherben in Bezug auf den jeweiligen Wärmeausdehnungskoeffizienten. In Folge eines starken Temperaturwechsels oder auch nur eines Stroßes kommt es zu einer Sprungbildung (Entlastungssprünge), welche immer in den Porzellanscherben hineinreichen, also nicht nur die Glasur selbst betrifft. Die Begriffsbildung verharmlost genau genommen einen nutzungs- und wertmindernden Qualitätsmangel, welcher nicht im Schaden selbst, sondern in der fehlerhaften, da nicht aufeinander abgestimmen, Rezeptur von Scherben und Glasur liegt. Siehe auch: Haarriss.
Glasurunebenheiten Schaden Herstellung Glasurunebenheiten, sofern diese nicht durch die Gestaltung beabsichtigt sind, wie z.B. der gebrochene Stab, stellen einen Qualitätsmangel dar. Glasurunebenheit entstehen durch das unterschiedliche Haften der Glasur auf dem gebrannten Scherben. Ursache ist meist ein öliger Rückstand, beispielsweise bei der Unterglasurdekoration, welcher durch Erhitzen des Scherbens nicht ausreichend entfernt worden war. Die Benetzung des dekorierten Scherbens mit Glasur wurde an diesen Stellen unterbrochen oder gelang nur unbefriedigend.
Glattbrand Fertigungsschritt Herstellung  
Glätten Fertigungsschritt Herstellung  
Grunert Firma    
Haarriss Schaden Herstellung Verniedlichende Begriffsbildung für eine in Wahrheit meist irreperable und durchgehende Beschädigung des Porzellanscherbens, da immer die Glasur verletzt ist und Flüssigkeit einzudringen vermag. Haarrisse sind Sprünge, welche meist durch äußere Krafteinwirkung entstanden sind. Diese sind noch frisch, d.h. nicht verfärbt, von eingedrungenen farbigen Flüssigkeiten wie Kaffee oder Tee ... siehe auch: Glasurspinne, Sprung.
Halbspitz Dekor Scherben Dekorelement (in der ehemaligen DDR auch Traube bezeichnet)
Siehe Bild.
Handdekoriert Fertigungsschritt Herstellung  
Handmalerei Fertigungsschritt Herstellung  
Hartporzellan   Herstellung Die Härte von Porzellan wird bestimmt von dem Mischungsverhältnis der Rohstoffe Quarz, Feldspat und Kaolin. Je Höher der Kaolinanteil ist, desto besser "fließt" die Porzellanmasse beim Brennen und desto härter ist danach der Scherben.
Henkel Formteil Scherben  
Indigo Dekor Scherben Dekorname
Hersteller: Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: ca 1955; ab ca 1960 nannte sich der Dekor "Kobalt 66".
Allgemeines: Dekorname. Der Dekor unterscheidet sich von Indisch Blau.
Indischblau Dekor Scherben Dekorname
Ursprung: Meißener Porzellanmanufaktur (dort ab ca. 1770)
Seit: 1895
Allgemeines: Der Begriff hängt eng zusammen mit der Änderung der Herstellung - der Umstellung von Handmalerei auf die Methode, den Dekor mit Stempel bzw. Gummimatritzen aufzubringen.
Übergangsweise wurden "kompliziertere" Teile des Dekors bereits vorher gestempelt, während die "einfachen" Linien - z.B. rundumlaufende - noch mit Handmalerei aufgebracht wurden.
Inglasurdekoration Fertigungsschritt Herstellung Fertigungstechnik 
J.Schmeisser Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Jäger Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Jäger Firma    
Japanblau Dekor Scherben Dekorname
Hersteller: Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: ca 1958; ab ca 1960 nannte sich der Dekor "Kobalt-Blau".
Allgemeines: Eine Eigenentwicklung der Porzellanfabrik Kalk.
Kaffeeservice Geschirrset Scherben  
Kakaoservice Geschirrset Scherben  
Kalk Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Kalk Firma    
Kalk Geographie Ort Heute Ortsteil von Köln (Bekannt u.a. durch die Serie Hausmeister Krause).
Kalk Firma Porzellanfabrik Name der Porzellanfabriken: Kalk GmbH in Kalk bei Köln und in Eisenberg/Thüringen. Gegründet 1900, ging aus der Fusion der Porzellanfabrik Kalk, G. A. Seifert (in Kalk bei Köln) und der Eisenberger Steingutfabrik Geyer & Körbitz in Eisenberg (Sachsen-Altenburg) hervor. Als Produktionsstandort wurde Eisenberg bestimmt.
Kalk • Firmengeschichte der Porzellanfabriken: Kalk/Köln und Eisenberg/Thüringen
Kalk • Porzellanmarken (einschließlich Abgrenzung zu ähnlichen Marken anderer Hersteller)
Retrospektiv auffallend ist eine gewisse Heterogenität bei der Dekoration des Porzellans, welche dazu führt, dass zumindest kurzfristig der Eindruck entstehen kann, dass verschiedene Scherben nicht mit dem gleichen Dekor verziert wurden. Dies mag ein Faktor sein, der den Verkaufserfolg auf Dauer sehr eingeschränkt hat.
Kalk Rohstoff Mineral Chemische Verbindung: CaO + CO2 = CaCO3.
Kaolin Rohstoff Mineral Kaolin ist ein zersetztes Mineral aus Silizium und Aluminium mit chemischer Verbindung. Ursprung ist beispielsweise verwitterter Granit.
Kaolin Rohstoff    
Kerzenhalter Geschirrteil Scherben  
Knochen Rohstoff    
Knochenporzellan   Herstellung  
Kobalt Rohstoff   Kobaltblau als Farbe ist ein neutrales Blau von hoher Farbsättigung

HSV (Farbtons (hue) als Farbwinkel H auf dem Farbkreis (z. B. 0° = Rot, 120° = Grün, 240° = Blau), Sättigung (saturation) S in Prozent (z. B. 0% = keine Farbe, 50% = ungesättigte Farbe, 100% = gesättigte, reine Farbe), Dunkelstufe (value) V als Prozentwert (z. B. 0% = keine Helligkeit, 100% = volle Helligkeit) )
215°, 100%, 67%
RGB255 (0, 71, 171) dezimal bzw. 0047AB hexadezimal                   
CYMK100 (100, 58, 0, 33)
Kobalt66 Dekor Scherben Dekorname
Hersteller: Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: ca 1955 produzierte Kalk unter dem Namen "Indigo"; ab ca 1960 nannte sich der Dekor "Kobalt 66".
Allgemeines: Dekorname. Der Dekor unterscheidet sich von Indisch Blau.
Kobalt-Blau Dekor Scherben Dekorname
Hersteller: Porzellanfabrik Kalk GmbH Eisenberg
Seit: ca 1958; ab ca 1960 nannte sich der Dekor "Kobalt 66".
Allgemeines: Dekorname. Der Dekor unterscheidet sich von Indisch Blau.
Kompottiere Geschirr, Speiseserviceteil Scherben  
konisch Form Scherben  
KPE Porzellanmarke Porzellanfabrik verschiedenen Porzellanmarken der Porzellanfabrik Kalk, von links nach rechts kreisförmig gelesen, nicht wie vorgesehen von oben nach unten und links nach rechts, siehe PKE.
Krug Geschirr, andere Scherben  
kugelförmig Form Scherben  
Lyster Dekor Scherben Lysterglasur oder Lysterdekor ist eine Verzierungsvariante, bei welcher durch eine metallische Beimischung ein schillernder Oberflächeneffekt erzielt wird.
Oftmals als Synonym verwendet: Opalisierend, perlmuttartig, irisierend.
Markenzeichen Porzellanmarke Porzellanfabrik auch Porzellanmarke. Herstellerkennzeichen auf Porzellanteilen, selten auch auf Behälterdeckeln.
Teilweise enthält die Marke auch Hinweise auf die Herstellung wie z.B. Maler, Dekor, "Charge" o. ä.
Mokkaservice Geschirrset Scherben  
MPM Porzellanmarke Porzellanfabrik Auch: M.P.M. - gestempelte Porzellanmarke.
Unterglasurblau gestempelt in Eisenberg von ca. 1882 bis 1911 von der Porzellanmanufaktur Mühlenfeld und von 1911 bis ca. 1939 von der Porzellanfabrik Wilhelm Jäger.
Aufglasur gestempelt von der Porzellanmalerei und Fayencefabrik C. Müller in Steinwiesen ab (?) bis 1905 und ab 1906 von der Porzellanfabrik E & A Müller in Schönwald bis ca. 1914 (?). Wichtiger Hinweis: Die Verwendung als Aufglasurmarke ist nur sehr unzuverlässig belegt und daher besteht die Gefahr von Fehlinterpretation, dies ist unbedingt zu beachten. Siehe auch: Porzellanmarken • MPM | M.P.M.
Musselmalet Dekor Scherben Dekorbezeichnung
Ursprung: vermutlich Dänemark, Royal Copenhagen.
Allgemeines: eine Strohmodell-Variante
OG Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Otto Grunert Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Petersilienmuster Dekor Scherben  
PKE Porzellanmarke Porzellanfabrik Buchstabenfolge in verschiedenen Porzellanmarken der Porzellanfabrik Kalk Eisenberg/Thüringen. Oftmals in verkehrter Reinenfolge gelesen (KPE).
Kalk • Porzellanmarken (einschließlich Abgrenzung zu ähnlichen Marken anderer Hersteller)
Polieren Fertigungsschritt Herstellung Ursprung: aus dem italienischen, Bedeutung: Muschelähnlich, bzw. vormals Muschiähnlich.
Porzellanmarke Porzellanmarke Porzellanfabrik Die Porzellanmarke ist das Herstellerkennzeichen, welches entweder Aufglasur eingebrannt ist oder sogar Unterglasur .
Immer wieder taucht die Frage auf, ob Zusätze einer Porzellanmarke gleichbedeutend sind mit
- lediglich einer Erweiterung,
- einer Variante oder
- einer neuen Marke.
Da meistens ein Zusammenhang zwischen diesem Zusatz und den markierten Porzellanscherben existiert, ist es gerechtfertigt, meist von einer neuen Porzellanmarke auszugehen; der Einzelfall entscheidet.
Porzellan   Herstellung  
Porzellanscherbe   Herstellung Fachmännische Bezeichung für ein gebranntes, intaktes Porzellanstück, während Bruch zerbrochenes Porzellan genannt wird. Der Laie versteht unter »Scherben« meist zerbrochenes Porzellan.
Pottasche Rohstoff    
Puddingservice Geschirrset Scherben  
Ragout Geschirrteil Scherben  
Reinecke Porzellanmarke Porzellanfabrik  
Rocaillerelief Geschirr, Oberfläche Scherben  
RPM Porzellanmarke Porzellanfabrik Die Abkürzung RPM wurde von verschiedenen Porzellanfabriken gestempelt.
Für Reinecke/Eisenberg ist eine Marke, zumindest für kurze Zeit, nachweisbar: gestempelt wahrscheinlich 1926 zum 130-jährigen Firmenjubiläum. Siehe auch: Porzellanmarken • R.P.M.
RPME Porzellanmarke Porzellanfabrik Abkürzung für: Porzellanfabrik Reinecke Mühlberg Eisenberg. Siehe: Reinecke Porzellanmarken
Salats Geschirrteil Scherben  
Sauciere Geschirrteil Scherben  
Scharffeuer(farbe(n)) Rohstoff Herstellung Scharffeuerfarben sind metallische Oxyde, welche die hohen Temperaturen des Glasurbrandes farbecht überstehen können. Da nur wenige Oxyde diese Temperatur überstehen ohne sich dabei zu verändern, steht dem Porzellanmalern nur eine eingeschränkte Farbpalette zur Verfügung: blau, braun, lila, grün,
Schäden Schaden Herstellung Beschädigungen des Porzellanscherbens können sehr unterschiedliche Gründe haben. Neben Schänden durch die Handhabung sind solche durch die Herstellung zu unterscheiden. Siehe: Ausschuss, Brandfehler, Brandriss, Bruch, Chip, Glasurspinne, Glasurunebenheiten, Haarriss, Sprung.
Schmeißer Firma    
Schnabel Formteil Scherben  
Schüssel Geschirrteil Scherben  
Schwund   Herstellung  
Sammlermarkt: Eisenberger Porzellan Handel Second Hand Typische Sammlermärkte für Eisenberger Porzellan:
- keine -
- vereinzelte Interessenten, insbesondere Stücke des 19. Jahrhunderts
- verschiedene Sammler, vorallem im Raum um Eisenberg, bekannt
Sammlermarkt: Scherbenformen Handel Second Hand Typische Sammlermärkte für Scherbenformen in Verbindung mit Eisenberger Porzellan:
- Sammeltassen, Deckeldosen, Barttassen
- Porzellanmedaillen, Andenkenteller
- Zuckerdosen, Milchkännchen, Kaffee-/Tee-Kannen, Terrinen
Sammlermarkt: Dekore Handel Second Hand Typische Sammlermärkte für Dekore in Verbindung mit Eisenberger Porzellan:
- Zwiebelmuster
- Strohmodel, Strohblume, Indisch-Blau
- Delft
Sammlermarkt Handel Second Hand Gebrauchtes Porzellan ist - zumindest theoretisch - »nichts« wert - es ist also ausschließlich die Frage, wieviel jemand bereit zu bezahlen ist!
Insofern sind Anfragen zum Wert von Porzellan lediglich subjektiv beantwortbar. Genaugenommen kann man nur von der Erfahrung realisierter Preise sprechen - Antiquitätenhändler/Auktionatoren nennen oftmals Wunschzielpreise (da sich ihre Provision meist daraus berechnet).
Gebrauchsporzellan ist nach 1870 meist in großen Stückzahlen hergestellt worden. Daher ist der Preis abhängig von der Nachfrage und natürlich auch noch vom Zustand. Wer einen bestimmten Preis durchsetzen will, muss u.U. viel Geduld mitbringen.
Sortierung Handel Herstellung Es gibt unterschiedliche Klassifikationen von Porzellanerzeugnissen. Nachfolgend eine Auswahl der bedeutensten.
Sortiergruppe Qualitätsklasse »Wahl« Erläuterung
S Sonderklasse I Spitzenqualität
A 1 II normale Qualität
B 2 III kleine Fehler
F 3 IV sichtbare Fehler
Die Auslieferung erfolgt - sofern nicht explizit anders bestellt - normalerweise immer in gemischter Qualität. Ein Service ausschließlich in »Spitzenqualität« ist nur sehr selten zu finden; die Mischung mit »normaler Qualität« ist für Laien ohnehin nicht erkennbar - wenn überhaupt nur im direkten Vergleich. Lediglich bei Fehlern in Dekor oder dem Scherben ist noch zu unterscheiden zwischen »kleinen« und »deutlich« sichtbaren Fehlern.
Shabby Chic Handel Second Hand Verschönende Bezeichnung für Ware mit Gebrauchsspuren oder Beschädigungen, Begriff vergleichbar mit »used look«. Mitunter auch als Synonym für »Landhausstil« verwendet.
SPE Firma   Buchstabenfolge in der Porzellanmarke der Vereinigten Porzellanfabriken »Spezialporzellan Eisenberg«
Kahla übernahm in der ersten Hälfte der 1970er Jahre als Hauptgesellschafter die Eisenberger Porzellanfabriken
• Fortuna (vormals Jäger und Reinecke),
• Kalk Nachfolger,
• Bremer & Schmidt
und ließ unter dieser Marke Geschirr produzieren.

?Veranlasst wurde die Schließung der mit dem Label SPE zusammengefassten Porzellanwerke durch das VEB Porzellankombinat Kahla, da die Porzellanfabriken einerseits nicht mehr für die Herstellung von Weißporzellan »benötigt« wurden, andererseits die Kapazitäten zur Veredelung fehlten. [Anders ausgedrückt: Die betriebskostenintensiven und unliebsamen Eisenberger Außenstellen des Porzellankombinats wurden der Reihe nach ausgeschaltet, um den eigenen Standort in Kahla zu sichern ...? (... dies ist sicherlich auch spekulativ formuliert, drückt jedoch die damalige Unzufriedenheit der Eisenberger Porzellaner aus)].

Bilder oben von Porzellanmarken von: Mokkaservice von Spezialporzellan Eisenberg der Form 1000

Vereinzelt befindt sich meist unter der Marke ein Großbuchstabe.
Diese stehen wahrscheinlich für die einzelnen Fabrikwerkteile der Spezialporzellan-Eisenberger Werke:
B • Rudolf-Breitscheid-Strasse (Kalk)
W • Werkstrasse (Bremer & Schmidt)
K • Klosterstrasse (Jäger)
F • Fabrikstrasse (Reinecke)
Unter diesem Gesichtspunkt ergeben die Buchstaben einen Sinn. Die Standorte mit Google-maps.
Speiseservice Geschirrset Scherben  
Spiegel Formteil Scherben Der innere flache Teil z.B. eines Tellers.
Sprechsaal Fachzeitschrift Fachliteratur Zeitschrift für Glas- und Keramik. Herausgeber Sprechsaal, Coburg, seit 1871.
Sprung Schaden Herstellung Bezeichnung für eine Beschädigung eines Porzellanscherbens, welche immer durch die ganze Porzellanwandung erfolgt, wenn auch nicht vollständig durch das gesammte Stück. Faktisch handelt es sich um Bruch, da der Porzellanscherben irreparabel beschädigt ist. Durch die vollständige Verbindung von Glasur und Porzellanscherben ist immer das ganze Porzellanstück kaputt. Siehe auch: Glasurspinne, Haarriss.
Stella Form Scherben Formname der Porzellanfabrik Kalk. Nachfolgeform der Form Feston.
Stempeln Fertigungsschritt Herstellung Nach dem ersten Brand wird ggf. der Dekor aufgebracht. Unterglasurdekore werden heute immer noch handgemalt oder mittels Stempel aufgetragen. Dabei ist zu beachten, dass beim Glasurbrand der Porzellanscherben noch einmal um ca. 8 % schrumpft.
Beispiele für Stempel finden sich auf den nachfolgenden Seiten:
? Kalk • Form: Feston • Dekor: Indigo • Scherbe: Zuckerdose mit Deckel • Dekordetails + Dekorstempel oder
? Kalk • Form: Pompadour • Dekor: unbekannt, unterglasurblau • Scherbe: Kaffeekannendeckel • Dekordetails + Dekorstempel.
Streichholzhalter Geschirrteil Scherben  
Strohblumenmuster Dekor Scherben Dekorname
Ursprung: Porzellanmanufaktur Meissen
Seit: nach 1740
Allgemeines:
Variante: Illmenauer Strohblumenmuster
Strohmodel Dekor Scherben Dekorname
Ursprung:
Seit:
Allgemeines: Es handelt sich um die handgemalte abstrakte Form des Strohblumenmusters und wurde auch "Bürgerliches Zwiebelmuster" genannt, da es die Alternativversion des teuren Meissener Zwiebelmusters für arme Leute war.
Tasse Geschirrteil Scherben  
Teeservice Geschirrset Scherben  
Teller Geschirrteil Scherben  
Terrine Geschirrteil Scherben Deckelgefäß mit einer Löffelaussparung im Deckel für Suppe, aber auch Obstsalat.
Tülle Formteil Scherben  
Tunkenschale Geschirrteil Scherben  
Unterglasurdekoration Fertigungsschritt Herstellung Fertigungs-/Dekorationstechnik
Hier wird der blaue Farbstoff auf den Erstbrand der Scherben aufgebracht wird. Diese Technik eignet sich nur für Farben, die beim heißen Glasurbrand nicht zerstört werden.
Anfangs wurde die Farbe aufgemahlt (Unterglasurmalerei) - häufig in Heimarbeit auch von Kindern -, später infolge preiswerter Massenproduktion gestempelt.
Untertasse Geschirrteil Scherben  
Verschiebebildchen Fertigungsschritt Herstellung  
Winkelmalerei Fertigungsschritt Herstellung Bezeichnung der in Heimarbeit - meist von der ganzen Familie - bemalten Porzellanscherben.
Zwiebelmuster Dekor Scherben Dekorname
Ursprung: Porzellanmanufaktur Meissen
Seit: nach 1702
Allgemeines: Der Name stammt von den "Zwiebeln", die auf der Fahne dekoriert wurden.
Dieser Dekor ist in Anlehnung fernöstlicer Vorbilder entstanden und mit einiger Sicherheit handelt es sich um eine Verwechslung respektive ein Missverständnis - die Früchte sollten ursprünglich Äpfel bzw. Pfirsiche darstellen. Nach 1850 wurde die bis dahin geläufige Bezeichnung der »ordinairen Mahlerey« bzw. »ordinair blau« von der Bezeichnung Zwiebelmuster abgelöst.
Botanisch lassen sich die abstrahierten Motive nur ungenau zuordnen.
Das Spiegelmotiv enthält einen Chrysanthemenzweig mit 2 Blüten (die offene Blüte ist von punktförmig angedeuteten Staubgefäßen umgeben, die andere noch knospend) eine Bambusstaude, ein blühendes Rankgewächs und davor ein Dreiblatt (von einer Pflingstrose?) die allesamt aus einer Bodenscholle wachsen.
Das Kehlenmotiv (die Bordüre) besteht aus Lotosblüten und Rankenpflanzen, die in Meißen girlandenartig ausgeführt wurden. Daraus entwickelte sich die heute übliche, schematisierte Büschelkante.
Das Fahnenmotiv bestand ursprünglich aus drei Früchten: Pfirsich, Granatapfel und Melone (?) die in Europa übrigens als Zwiebel missdeutet wurde. Die ergänzenden Päonienblüten wurden in Meißen zu Phantasiegebilden, die großen Dreiblätter dazwischen mit den Jahren weggelassen, wie auch der Granatapfel häufig fehlt. Botanische Widersprüche in der Früchtedarstellung sind auf die Malerhandschrift zurückzuführen • etwa die manchmal vom Granatapfel auf den Pfirsich übertragenen Aufplatzungen, der vom Granatapfel auf die Melone übertragene Kelchrest oder die Anzahl der Stiele an der Melone.
Die Beliebtheit dieses Dekors war nicht immer sehr hoch. Erst mit dem Aufstieg des Bürgertums wurde es quasi Pflichtausstattung eines Haushaltes bzw. oftmals Pflichtteil einer Aussteuer.
       
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